Die Grundidee der Auswanderung nach Bolivien

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Sascha Blodau
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In Bolivien hat sich nicht viel geändert...

Beitrag: #58849 Sascha Blodau
Mo Mai 16, 2016 11:07 pm

Wieder zurück in München, hat uns der Alltag schon wieder so gut wie eingeholt.
In Bolivien hat sich nicht viel geändert und das ist auch besser so, jedenfalls für mich.
Klar, die Banken sind überall eingezogen, wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden, sind sie nun an jeder Ecke zu finden.
An der Straßenkreuzung bei unserer Wohnung, in La Paz, gibt es mehr Bankautomaten als Becker oder Friseure. Das Geschäft mit dem Geldverleih scheint dort wohl inzwischen sehr vielversprechend zu sein.
Überall wird gebaut, unser Haus stand noch schön frei, als ich vor 5 Jahren wegging, und nun sind wir auch von hohen Mauern umgeben und man muß die Lücken suchen, durch die noch die Sonne hindurchscheinen kann.
Die lockere Kreditvergabe der Banken scheint also viele Leute dazu bewegt haben, ihre alte Lehmhütte abzureißen und gleich mal ein neues fünfstöckiges Haus daraufstellen zu lassen.
Dabei sind Kredite in Bolivien überhaupt nicht günstig, zum Beispiel zahlt man für eine monaltliche Kredit-Rate von etwa 800,-Bs noch gute 1200,-Bs Zinsen obendrauf , plus Gebühren.
Deshalb ist das bolivianische Mietsystem "anticrético",wo man Mietinteressenten gegen Leihgabe einer größeren Geldsumme, seine Wohnung für einige Zeit überlässt, bis man ihnen das Geld wieder zurückzahlen kann.
In dieser Zeit leben die Mieter, quasi von die Zinsen ihres Geldes, in der Wohnung.
Bekommt man also, so viel Geld vom Mietinteressenten ausgeliehen, dass man damit den kompletten Kredit bei der Bank auszahlen kann, ist man schon mal von dem Zinswucher der Banken befreit.
Das geliehene Geld kann man dann im Laufe der nächsten Zeit wieder an den (anticrético)-Mieter zurückzahlen und man spart dabei mehr als die Hälfte seines Geldes.
Bolivien ist also noch nicht von den Banken gefressen worden.
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Siggi!
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Re: In Bolivien hat sich nicht viel geändert...

Beitrag: #58852 Siggi!
Di Mai 17, 2016 7:36 am

Sascha Blodau hat geschrieben:Klar, die Banken sind überall eingezogen, wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden, sind sie nun an jeder Ecke zu finden.

Das habe ich in der Ukraine im letzten Jahrzehnt auch beobachten können - trotz (oder vielleicht wegen) extrem hoher Zinsen.

Bekommt man also, so viel Geld vom Mietinteressenten ausgeliehen, dass man damit den kompletten Kredit bei der Bank auszahlen kann, ist man schon mal von dem Zinswucher der Banken befreit.

Interessantes Modell für reiche Mieter. In vielen Ländern ist es nur i.a. so, dass Mieter eben Mieter sind, weil sie quasi keinen nennenswerten Besitz haben.

Wie wird denn der Kredit des Mieters gesichert? Nicht das der Eigentümer seine Immobilie verkauft und der Mieter auf einmal auf der Straße sitzt.

Gruß
Siggi

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Sascha Blodau
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Re: In Bolivien hat sich nicht viel geändert...

Beitrag: #58853 Sascha Blodau
Di Mai 17, 2016 9:33 am

Siggi! hat geschrieben:...Wie wird denn der Kredit des Mieters gesichert? Nicht das der Eigentümer seine Immobilie verkauft und der Mieter auf einmal auf der Straße sitzt....


Hi @Siggi!, das ganze wird natürlich vertraglich festgehalten und über einen Notar im Ministerium für Grundbesitz offiziell eingetragen.
Somit bekommt der "(anticrético)-Mieter" vorübergehend Besitzrechte an der Immobilie, und kann diese sogar im Falle, wenn er sein Geld nicht wiederbekommt, weiterverkaufen.
Die Gesetzesgrundlage ist in La Paz dafür jedenfalls gegeben.
Ist aber meines Wissens, selbst in Bolivien die einzigste Stadt, wo es so ein Anticrético-System gibt.
Grüße Sascha
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Re: In Bolivien hat sich nicht viel geändert...

Beitrag: #58854 Siggi!
Di Mai 17, 2016 10:33 am

Sascha Blodau hat geschrieben:Die Gesetzesgrundlage ist in La Paz dafür jedenfalls gegeben.

In DE wäre so etwas über einen privaten Kreditvertrag und eine Absicherung durch eine notariell eingetragene Grundschuld ebenfalls möglich.

Private Immobilienkredite gibt es in DE schon (vor allem unter Verwandten/in der Familie), aber die Kombination mit einer Vermietung ist ungewöhnlich, aber nicht unmöglich.

Gruß
Siggi

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Beitrag: #58968 Sascha Blodau
Mo Jun 13, 2016 8:50 pm

La Paz - Bolivienreise April 2016, kurzes Statement und Einschätzung der Veränderungen. Seilbahn in La Paz, Hausbaukredite, Neoliberalismus.

https://youtu.be/pzZn_lk3w3U
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Beitrag: #58969 Siggi!
Di Jun 14, 2016 7:25 am

Du warst doch einen Monat dort. Warum hast Du dort nicht gefilmt? Diese Aufnahmen könntest Du dann mit Deinem Kommentar nachvertonen. Wäre viel interessanter für alle Auswanderungswilligen.

Gruß
Siggi

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Beitrag: #58975 Sascha Blodau
Mi Jun 15, 2016 8:25 pm

Gute Idee mit dem Filmen in Bolivien. :idea:
Nächstes Mal gehen wir da hoffentlich mit etwas mehr Zeit rüber, wir waren nur am hetzen und arbeiten um alles zu schaffen.
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Re: Einmal La Paz und retour...

Beitrag: #58977 Sascha Blodau
Mi Jun 15, 2016 8:29 pm

orly hat geschrieben:...dem Sascha ist in seinem Bunker zu eng geworden...


Jetzt sag jetzt bloß nicht auch noch "Führerbunker", das würde fast zu deiner Retorik passen @orly :lol: :lol:
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Beitrag: #58991 Sascha Blodau
Do Jun 16, 2016 10:52 am

Das hinter mir ist übrigens ein Kunstwerk :lol:
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Beitrag: #58998 Sascha Blodau
Fr Jun 17, 2016 7:45 am

Über was sollte man denn sonst schreiben? :roll:
Das sind schließlich Themen die einem bewegen.
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Beitrag: #59000 Sascha Blodau
Fr Jun 17, 2016 12:07 pm

Nazi :?: Ich weiß nicht wie du darauf kommst, ich suche nur den Dialog und Meinungsaustausch zu aktuellen weltbewegenden Themen, darf man jetzt nicht mal mehr darüber reden? (Wenn es nach dir ginge)


....na? wer von uns beiden ist denn jetzt hier der "Möchtegern-Diktator" ? @orly....
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Beitrag: #59002 Sascha Blodau
Fr Jun 17, 2016 4:48 pm

Merkst du es nicht schon selbst @orly, die Unterhaltungen mit dir finden immer nur auf einem sehr niedrigen Niveau statt, sowie deine gesammten Beträge überhaupt.
Alles nur plumpe Behauptungen, haltlose Hetzphrasen und aus dem Kontext herausgerissene Zitate.
Man behauptet ja das Nazis auch so sind, aber du bist nicht einen Deut besser.

@orly ,fang du erst mal an einen fundermentierten, zusammhängenden und interessanten Beitrag zu verfassen, dann können wir uns vielleicht weiterunterhalten.
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Beitrag: #59015 Sascha Blodau
So Jun 19, 2016 9:47 pm

Vielleicht geht es euch ja auch so, aber mir geht es langsam auf die Nerven, dass alle möglichen Leute Rückschlüsse auf bloße Vermutungen und Annahmen machen und diese dann für bahre Münze halten. Laufend erlebe ich das Leute etwas Vermuten und dann meinen es währe auch so, und fangen an danach zu handeln, obwohl sich diese Vermutung nicht bestätigen lässt. Das ist so ein Gesellschaftsphänomen was neuerdings verschärft zunimmt. Irgendwie findet hier grade die totale kollektive Verblödung statt, habe ich das Gefühl. Ich würde gerne wissen wo sowas herkommt.
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Wie in den Wald hineinruft so schallt es zurück.

Beitrag: #59016 arnego2
So Jun 19, 2016 9:54 pm

Tja Sascha das finde ich auch.

Gerechter Weise möchte ich aber dich einmal fragen was du dir dabei denkst wenn du anfängst zu deuten was die Politiker so von sich geben.

Ob ich die genannten Politiker nun mag oder nicht steht hier zumindest auf einem anderen Blatt.
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Beitrag: #59017 Sascha Blodau
So Jun 19, 2016 11:22 pm

Zugegebener Maßen @Arne, wird man aus vielen Sachen heute nicht mehr schlau und die Versuchung ist groß, sich die Antwort selbst auszumalen, wenn einem Niemnand eine Antwort geben kann.
Aber es ist eben noch keine Tatsache sondern es beibt erst mal eine Vermutung.
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