Auslandsdeutscher in F wird Nebenwohnsitz in D verweigert

Frankreich, nicht nur, aber auch ... das Land der Flamingos und der Carmargue-Pferde...Und natürlich regnet und schneit es auch ;-)

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Siggi!
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Beitrag: #58141 Siggi!
Di Okt 27, 2015 3:29 pm

Die Vermieterbescheinigung kann auch ein Mieter ausfüllen, wenn er an Euch "untervermietet". Vorher ist abzuklären, ob dem Mieter eine Untervermietung nicht untersagt ist. Den Mietzins extrem niedrig ansetzen, denn der ist als Einnahme zu versteuern. Insgesamt riskiert derjenige, der so eine falsche Bescheinigung ausstellt, viel.

Gründen, KV, Auto, RV immer noch in Deutschland gemeldet

Die RV zahlt ohne Abzüge ins Ausland. Das Auto muss umgemeldet werden. Im Schadensfall kann sich die KFZ Versicherung quer stellen, wenn sie mitbekommt, dass Ihr tatsächlich im Ausland wohnt. In Serbien hinterzieht Ihr KFZ Steuer. Grundsätzlich kann so etwas sehr teuer werden. In DE wird dann gern mal ein 5 stelliger Betrag fällig:
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/ ... e-10629032

Wir möchten in Deutschland angemeldet bleiben da wir ja immer noch nicht wissen, wie es mit Serbien weitergeht und ob wir hier auf Dauer bleiben können.

Aber selbst wenn Ihr Euch abgemeldet habt, als Deutsche könnt Ihr jederzeit wieder zurückkommen. Warum geht Ihr diese Risiken mit falscher Wohnsitzanmeldung ein, die Euch nur minimale Vorteile, wenn überhaupt, bringen?

Gruß
Siggi
Zuletzt geändert von Siggi! am Di Okt 27, 2015 3:30 pm, insgesamt 2-mal geändert.

Schneddel
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Beitrag: #58143 Schneddel
Di Okt 27, 2015 5:07 pm

Wir haben uns das alles auch schon durch den Kopf gehen lassen. Im Grund geht es uns um die Krankenversicherung. Meine Frau ist Rentnerin und ich bin bei Ihr kostenlos Familienversichert, hinzu kommt das ich ein bestimmtes Medikament hier in Serbien nicht bekomme (es gibt keine Jodtabletten), das ich aber unbedingt brauche da ich keine Schilddrüse mehr habe. Bisher hat mein Hausarzt in Deutschland meine Medikamente übers Jahr gesammelt und wenn wir einmal im Jahr in Deutschland waren haben wir sie mitgenommen.
Die Frage ist, wenn man sich in Deutschland abmeldet, verliert man dann auch den Anspruch in der Krankenversicherung sich in Deutschland behandeln zu lassen? Eine Angestellte bei der Krankenversicherung hier hat zu uns gesagt, man kann nur in einem Land gesetzlich versichert sein. Bei meiner Frau ist es wohl kein Problem, da würden die Ansprüche auf die hiesige Versicherung übergehen, ich bräuchte dann eine eigene Versicherung.

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Siggi!
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Beitrag: #58145 Siggi!
Di Okt 27, 2015 6:51 pm

Krankenversicherung ist ein zentraler Punkt. Würde ich nach DE zurückkommen, so wären wohl ca. 1500 Euro für alle zusammen pro Monat fällig. Zwangsweise im wesentlichen ohne Wahl, da KV Pflicht besteht. Das werde ich mir verkneifen.

Bei Auswanderung z.B. nach England gäbe es freie Heilfürsorge, finanziert durch Steuermittel. In Ungarn würde die KV unter 30 Euro im Monat kosten, in Frankreich würden 70% durch die freie Heilfürsorge abgedeckt, in Holland ist die KV auch mit ca. 100 Euro für die Grundversorgung bezahlbar, auch in Spanien ist die KV günstig, ebenso in Bulgarien, usw. usf. Das in ein Punkt, den man bei der Auswanderung nicht vernachlässigen darf, gerade wo in der gesamten EU eine Wohnsitznahme nicht mehr ohne umfangreiche Absicherung im Krankheitsfall möglich ist.

Leider weiß ich nicht, welche Möglichkeit man in Serbien hat. Eine Möglichkeit wäre eine "Wohngemeinschaft" oder ein "Miniaturzimmer" in DE. Dann würde man zumindest niemanden für eine gefälschte Bescheinigung ins Unglück reißen und die Kosten würden sich in Grenzen halten.

Bei uns ist die Situation eine andere. Wir haben in DE formal gesehen 3 (kleine) Wohnungen zur eigenen Nutzung (in Wirklichkeit sind die Wohnungen zu einer größeren zusammengelegt) und wir sind dort nicht gemeldet. Wir wollen in unseren Winterferien vom deutschen Staat nicht belästigt werden. Eine Krankenversicherung hat niemand von uns.

Gruß
Siggi

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Beitrag: #58147 Siggi!
Di Okt 27, 2015 10:07 pm

Kommt bei der KV immer auf die persönliche Situation an. Wenn eine ganze Familie in DE für 300 Euro versichert ist, dann das schon ok. Aber wenn eben viele keine kostendeckenden Beiträge zahlen, müssen einige dafür richtig bluten.

Wenn ich nur mal für meine Frau rechne: 12 Jahre ohne KV, 350 Euro pro Monat gespart (keine Luxusversicherung, bei der AOK), dann gibt das rund 50'000 Euro. So kann man in den jungen Jahren, wo man für gewöhnlich fast kein ernstes Problem hat, rund 150'000 pro Person sparen. Vernünftig angelegt kommt dann min. das Doppelte heraus. Dann sollte im Alter schon noch was übrig bleiben.

Aber die meisten Leute sparen die Beiträge ja nicht und wenn dann mal 20'000 Euro für eine OP zu zahlen sind, dann schreien sie nach dem Staat. Der will sich leistungsfrei halten und verfügt somit die KV Pflicht. Schon verständlich.

Das gibt es hier nicht. Kann man nicht zahlen, hat man ein Problem. Abgesehen davon sind die Kosten viel moderater, als in DE. Auch im Diagnostikbereich trennen uns da Welten. Ein Schädel MRT auf einer modernen Toshiba Anlage kostet hier keine 50 Euro, in Österreich 450 Euro, bei Verwendung derselben Technik. Beim Zahnarzt trennt uns auch min. der Faktor 10 von Preisen in DE: Krone inkl. aller Nebenleistung im Labor und von Zahnarzt: 100 Euro für 2 zusammenhängende. Trotzdem ist das für normalverdienende Einheimische viel Geld.

Gruß
Siggi

Schneddel
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Beitrag: #58148 Schneddel
Mi Okt 28, 2015 12:01 pm

klar, so ist das hier auch. Die Kosten für Arztbesuche kann man vergessen. Es geht ja auch nur darum abgesichert zu sein wenn man akut im Krankenhaus operiert werden müßte. Die Zustände z.B. hier im Krankenhaus in Pirot sind für einen Deutschen unvorstellbar, andererseits die meisten Leute hier kommen ja auch wieder lebendig heraus.
Wir werden uns im März komplett aus Deutschland abmelden, das Auto werde ich in Deutschland verkaufen und fertig. Sollte sich die Lage hier verschlechtern, können wir ja Jederzeit nach Deutschland zurück, meiner Frau werden ja auch weiterhin Beiträge zur Krankenversicherung abgezogen nur das die Ansprüchen eben hier auf die gesetzliche Versicherung übergehen.


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