Auswandern gut überleben

alles, was nicht in die speziellen Länderrubriken paßt

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nomade
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Auswandern gut überleben

Beitrag: # 41801Beitrag nomade »

Viele Auswanderer merken erst, worauf sie sich eingelassen haben, wenn sie vor Ort sind und sich den Problemen stellen müssen. Einige wandern aus ohne die Sprache des Landes zu können. Da muss man doch echt eine rosarote Brille haben. Doch viele wandern in Länder aus, in denen es ihnen leicht gemacht wird. So zum Beispiel die Russlanddeutschen aus Kasachstan (Ein Paradoy in sich). Es gibt viele, die sich sogar nach zwei oder mehr Jahren dazu entscheiden in ihr Land zurückzukehren. Und das nich weil es ihnen zu stressig wird, sondern weil die Heimweh einfach überwiegt und sie sich ein Leben in Deutschland nicht vorstellen können, auch wenn ihnen alle Möglichkeiten offen stehen. Da denke ich, ist es etwas anderes.
So geschehen bei einer Schulfreundin vor zehn Jahren. Die Familie kam vom Land und kannte nichts anderes als Kühe melken, sich um den Garten kümmern und einfach für sich selbst sorgen. Da ernährte man sich von den eigen gezüchteten Tieren und dem eigen gepflanzten Obst und Gemüse. In Deutschland angekommen sahen sie einfach keinen Sinn im Leben und haben sich entschlossen zurückzukehren. Dor angekommen durften sie sich alles von vorne aufbauen. Das muss wirklich ein Rückschlag im Leben gewesen sein.

Also man sieht, es gibt solche und solche Fälle.
Würde mich über Eure Erfahrungen freuen.

Bis dann
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arnego2
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Erfahrungen

Beitrag: # 41802Beitrag arnego2 »

Hallo nomade
Ich finde nicht das es so schlecht ist wieder von vorn anzufangen. Sicher wenn es zum Regelfall ist es bestimmt nur Masochisten gefaellig. An sich ist ein Auswanderungsversuch auch dazu gut besser zu wissen was und wo es einem gefaellt. Es ist auf jeden Fall besser wenn man es versucht als im Alter seinem Traum hinterherzuhaengen und sich aergern es nicht doch "gepackt" zu haben.

Erfahrungen sammeln ist eines der Sachen die einem am Leben erhalten denke ich mir.

M-f-G
Arnego2
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lisarosenthal
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Beitrag: # 41807Beitrag lisarosenthal »

Ich sehe das auch so. Ich finde das Leben hat keine Rückschläge sondern eher Umwege. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Während man ein Rückschlag hat, wird man nach hinten katapultiert, man verliert sogar einige Eigenschaften und verschlechtert sich. Mit einem Umweg sieht man andere Sachen und im besten Fall lernt man daraus, auf gar keinen Fall wird man dadurch 'schlechter'. Dementsprechend finde ich es nicht schlimm wenn man wieder anfangen muss, das Leben ist ja sowieso ein ständiges Neuanfangen!

LG

Lisa
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Siggi!
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Beitrag: # 41810Beitrag Siggi! »

Ich würde unterscheiden zwischen ökonomischen Flüchtlingen und Auswanderen.

http://www.taz.de/1/nord/bremen/artikel ... t-go-home/

Wir haben im Bekanntenkreis auch jüdische Migranten. Sie wollen zwar nicht zurück, aber ihre persönliche Bilanz ist ähnlich. Er war Literaturwissenschaftler in Kiew, bekam in DE einen Bandscheibenvorfall, wurde in DE operiert und ist seitdem (man könnte fast sagen glücklicherweise) Invalide. Warum glücklicherweise? Weil ihm so zumindest eine kleine Rente zukommt und die sicher erfolglose Jobsuche erspart blieb. Seine Einstellung zu DE manifestiert sich in der Sprache: Auch nach 16 Jahren verweigert er sich, Deutsch zu lernen. Sie war Musiklehrerin am Konservatorium und arbeitet als Verkäuferin in einem Kaufhaus in Ulm in Teilzeit. Das kleine Gehalt bessert sie durch Klavierstunden für unbegabte Kinder "besserer Familien" auf. Beide hatten eine gesellschaftliche Position in Kiew, in DE leben sie am Rande der Gesellschaft. Es war wohl ein Fehler zu gehen, aber 1994 waren die Perspektiven in UA nicht rosig. Alles schien besser als die Ukraine zu sein. Ein wirkliches zurück in die alte Position gibt es nicht. Insofern bleiben sie in DE, um ihr Scheitern nicht auch in UA offenkundig werden zu lassen.

Gruß
Siggi
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kurtchen
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Beitrag: # 41843Beitrag kurtchen »

Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Wer in ein anderes Land einwandert muß die Sprache lernen(mit Ausnahme von finanziell unabhängigen bzw. Rentnern denen es nur um dritten Lebensabschnitt geht). Und wie hier: wenn schon keine Kontakte mit der Bevölkerung erwünscht sind warum nicht innerhalb der immer größer werdenen jüdischen Gemeinde in Deutschland wo Russisch die erste Sprache ist ?

So wie hier wird das nie was und der Steuerzahler bezahlt es.

Hier sind doch eigentlich 2 Intellektuelle eingewandert, sorry, aber die müssen mehr draus machen können. Umschulung, Weiterbildung, da gibt es genug Möglichkeiten noch was anderes aus dem Leben zu machen.
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kurtchen
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Beitrag: # 41844Beitrag kurtchen »

Zum Thema gibt es mehr als genug Gegenbeispiele.

Wer die Wirtschaftsnachrichten weiß das bei Moskau eine Sonderwirtschaftszone (das russische Silicon Valley, keine Steuern
erleichterte Visa, Korruptionsbekämpfung u.a) entstehen soll.

Hier soll es auch darum gehen, erfolgreiche russische Auswanderer ins
Heimatland zurückzuholen.



http://www.wiwo.de/politik-weltwirtscha ... en-448546/
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