Arrogant und frech im Ausland

entstanden aus der ehemaligen Tschechoslowakei, die 1993 aufgelöst wurde.

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Siggi!
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Beitrag: #12534 Siggi!
Mo Mai 14, 2007 8:29 pm

In anderen Ländern wird ebenfalls erwartet das man als Ausländer die Sprache lernt

Eben nicht, da habe ich ja ein Gegenbeispiel. Es geht auch nicht um meine Person. Es geht um Deine Aussage, dass daraus eine Arroganz abgeleitet werden kann. Das verneine ich.

Sprache ist Kultur, wer die Sprache nicht lernt wo er wohnt missachtet die Kultur seines Gastlandes und wird große Probleme haben sich im Land zu integrieren

Gerade hier sehe ich, wie der Sprachenstreit das ganze Land spaltet. Vordergründig geht es um eine eigene Kultur. In Wirklichkeit stecken ganz andere Interessen dahinter. Der Westen spricht hier Ukrainisch und ist für eine Orientierung hin zu EU, der Osten und Süden spricht Russisch und sucht die Nähe zu Russland. Meines Erachtens zeigen Länder wie die Schweiz, dass nationale und kulturelle Identität nichts mit aufgezwungener Einsprachigkeit zu tun haben muss.

wird große Probleme haben sich im Land zu integrieren.

Was ist denn für Dich Integration? Auf dem bayerischen Dorf die Mitgliedschaft bei der freiwilligen Feuerwehr und beim Schützenverein? So gesehen, habe ich mich in 20 Jahren Aufenthalt in Bayern auch nie integrieren wollen.

Ansonsten hüte Dich davor, andere Menschen nach oberflächlichen Merkmalen zu beurteilen. Da gibt es eine nicht so kleine Gruppe von deutschen Expats, die ihre Karriere in die Ukraine verbannt hat. Die sprechen selbstverständlich die Landessprache, aber betrachten die Ukraine nur mit Verachtung. Sie schauen mit wirklicher Arroganz auf den "unterentwickelten Ostblock" und denken, als Deutsche könnten sie alles mindestens 100 Mal besser und in Wirklichkeit würde jeder Ukrainer ja nur nach Verhältnissen wie in Deutschland streben. Genau solche Sichtweise negiert nämlich kulturelle und nationale Besonderheiten und ist vom Ansatz her faschistoid. Solchen Menschen begegne ich in Ukraine Foren jeden Tag, im realen Leben glücklicherweise nicht, da ich nicht in einer Metropole wohne.

Gruß
Siggi
Zuletzt geändert von Siggi! am Di Mai 15, 2007 3:07 am, insgesamt 1-mal geändert.

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kurtchen
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Beitrag: #12536 kurtchen
Mo Mai 14, 2007 8:54 pm

@Siggi

Ich lernte mal die Wirtschaftkonsulin aus Polen kennen.
Sie sagte selbst: Wenn ein Deutscher bei Geschäftstreffen mit Polen
nur ein klein bisschen Polnisch spricht hat er sofort gewonnen und
immense Sympathien bei dem Gegnüber gewonnen. Das macht Eindruck,
das mögen sie.

Grundsätzlich ist es doch so das diejenigen die eine osteuropäische
Sprache lernen und können sich mit der Kultur und Mentalität
des Landes auseinander gesetzt haben.

Von daher sind die hier beschriebenen Expats sicherlich die Ausnahme.

Und ich weiß wovon ich rede, ich habe 5 Jahre lang mit SP Osteuropa
als Unternehmensberater gearbeitet. Selbst ein Seminar über Mentalitätsunterschiede zwischen Polen und TDeutschen habe ich
für Unternehmer organisiert.

Fazit: wer sich im Ausland nicht die Landessprache aneignet
bleibt in vielen Bereichen des wirtschaftlichen und privaten
Leben ausgeschlossen.

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kurtchen
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Beitrag: #12537 kurtchen
Mo Mai 14, 2007 8:57 pm

p.s Mensch Siggi, was machst Du wenn Deine Frau mit Dir ins Theater will ? Du verstehst doch kein Wort, oder ?

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Siggi!
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Beitrag: #12539 Siggi!
Di Mai 15, 2007 3:40 am

Wenn ein Deutscher bei Geschäftstreffen mit Polen nur ein klein bisschen Polnisch spricht hat er sofort gewonnen und immense Sympathien bei dem Gegnüber gewonnen

Dasselbe gilt hier. Aber das hat damit, dass jemand die Sprache kann, nichts zu tun. Jemand, der wie ich nur ein paar hundert Worte und ein paar Redewendungen kennt, der spricht doch die Sprache nicht!

Grundsätzlich ist es doch so das diejenigen die eine osteuropäische Sprache lernen und können sich mit der Kultur und Mentalität des Landes auseinander gesetzt haben

Nein! Ich glaube zu behaupten, dass mein Englisch nicht schlecht ist. Aber von der Kultur Englands oder Amerikas weiß ich sehr wenig. Das wenige, was ich weiß, habe ich aber nicht im Sprachunterricht gelernt. Gleiches gilt auch für französische Kultur.

Von daher sind die hier beschriebenen Expats sicherlich die Ausnahme.

Nein, eben nicht! Sieh einmal die Realitäten! Viele Deutsche schauen voller Verachtung, bestenfalls mit Mitleid, auf Russen und Ukrainer. Oder mach mal eine Umfrage, was Deutsche über die Türken denken. Du würdest Dich über die Ergebnisse wundern! Ich hatte das früher auch nicht geglaubt. Aber wenn Du mit einer Ausländerin verheiratet bis, die nicht aus den akzeptierten Ländern, wie Frankreich, USA, Australien, etc. stammt, dann lernst Du dieses neu zu beurteilen. Im beruflichen Kontext hört man solche Dinge nicht, es schadet ja dem Geschäft. Aber in Foren, unter dem Deckmantel eines anonymen Nicknames, da kommt das wirkliche Ego zu Tage. Frage doch einmal die Expats, wie sie sich bei der Vorstellung fühlen würden, auf Dauer in Osteuropa zu leben. Dann kommen wir ihrer wirklichen Meinung über die Länder Osteuropas näher. Suche mal im Netz nach Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Wenn Du die Augen nicht verschließt, wirst Du entsetzt sein.

wer sich im Ausland nicht die Landessprache aneignet bleibt in vielen Bereichen des wirtschaftlichen und privaten Leben ausgeschlossen

Richtig! Ich bin auch immer jemand, der hier im Forum betont, dass für die Auswanderung der Erwerb der Landessprache wichtig ist. Was meinen Widerspruch erzeugt ist lediglich die Aussage von Dir, dass Du fehlende Bereitschaft, die Sprache zu erlernen mit Arroganz gleichsetzt.

was machst Du wenn Deine Frau mit Dir ins Theater will?

Ich oute mich jetzt mal. Sorry, ich bin ein Kulturbanause. In war in Deutschland in den letzten 20 Jahren nicht einmal im Theater (nur in vielen Konzerten). Aber Beethoven ist ja sprachneutral. :wink:

Gruß
Siggi

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Beitrag: #12551 slanse
Di Mai 15, 2007 2:07 pm

Hy all


Ich lebe, wie Siggi, in einem osteuropäischen Land, in Bulgarien, lerne gerade die Sprache richtig, da nicht immer mit Dolmetscher unterwegs sein möchte, nötig nur bei Behörden oder Arzt, sonst findet man immer jemand, der deutsch oder enlisch spricht. Das andere Extrem, ein Freund von uns ist mit einer Bulgarin verheiratet, lebt schon seit 8 Jahren hier und spricht fast weniger bulgarisch als ich.

LG Slanse

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kurtchen
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Beitrag: #12579 kurtchen
Di Mai 15, 2007 10:10 pm

@Siggi,

erstmal Danke fuer Deine Meinung, die ich akzeptiere.

Ich denke da ganz anders. Ich kenne viele die nicht so denken
wie Deine beschriebenen Expats. Das kann natuerlich auch daran
liegen das ich viel in Osteuropa war und die Menschen achte.

Und dann habe ich noch gewisse Kontakte, beispielsweise mit
dem Wirtschaftsverband Russischer Oekonomen e.V und
ich habe selbst, damals noch in Frankfurt , einen Osteuropastammtisch,
gegruendet.

So kenne ich sehr viele Deutsche, die positiv ueber die Osteurop. denken.

Aber das moegen halt gewisse Kreise sein, z.B Slavistic Studenten,
Schriftsteller usw.

Im Prinzip denken wir beide aehnlich, nur die Liebe zu Fremdsprachen
trennt uns, Siggi.

gruss aus Belgien
wo ich selbstverstaenlich Franz. lerne, was mir schwieriger
faellt als Tschechisch, aber wird schon :D

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Siggi!
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Beitrag: #12583 Siggi!
Mi Mai 16, 2007 5:55 am

nur die Liebe zu Fremdsprachen trennt uns,

Falsch, Kurt. Ich setze meine Prioritäten im Moment anders als Du. Das liegt daran, dass ich zur Zeit berufliche Möglichkeiten habe, die Du wahrscheinlich nicht hast. Das ist schon alles.

Gruß
Siggi


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