Auswandern nach Kamerun

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Thomas67
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Auswandern nach Kamerun

Beitrag: #50861 Thomas67
Sa Aug 24, 2013 10:29 pm

Hallo
Ich habe eine Kamerunerin in Deutschland kennengelernt und wir haben beschlossen vielleicht irgendwann nach Kamerun auszuwandern und uns dort selbständig zu machen. Wer kann mir Tips geben was ich als Deutscher zu beachten habe, wenn ich mich mit einer Kamerunerin in Kamerunselbständig machen will. Wer ist aus Deutschland ausgewandert und kann mir seine Erfahrungen schildern. Freue mich auf jede Antwort

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Siggi!
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Beitrag: #50862 Siggi!
Sa Aug 24, 2013 11:28 pm

Hallo

und herzlich Willkommen im Forum!

In welchem Bereich hast Du denn eine berufliche Qualifikation bzw. in welchem Bereich siehst Du eine selbständige Tätigkeit?

Bist Du in DE selbständig? Kennst Du kaufmännische Grundlagen?

Gruß
Siggi

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henry
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Beitrag: #50863 henry
So Aug 25, 2013 2:43 am

Thomas67 hat geschrieben:... wir haben beschlossen vielleicht irgendwann nach Kamerun auszuwandern ...


Hallo Thomas, gruess dich!

ich hab gerade mal nachgelesen...

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laend ... _node.html

...wie es so steht um dieses land.

kurz: Erschreckend, verheerend, schlimm, unmoeglich.

Aber: gerade das bietet natuerlich Riesenchancen fuer einen unerschrockenen, mutigen und gerissenen Geschaeftsmann, da was zustandezubringen, wenn er die landessprache(n) beherrscht und sich sehr gut mit der Mentalitaet und den gegebenheiten dort auskennt.

Nun aber mein persoenlicher Kommentar, als Ex-Ehemann zweier Frauen, die ebenfalls aus einem bettelarmen Land (Kuba) kamen und mit mir dann in deutschland lebten (wo sie immer noch sind und auch bleiben) :

deine Freundin, die das riesenglueck hatte, nach deutschland kommen zu koennen und die nun ist diesem prachtvollen Land lebt, wird - bitte, nur meine Meinung aufgrund meiner Erfahrung - doch nie und nimmer bereit sein, in dieses schrecklich rueckstaendige, klimatisch verheerende, und vor allem voellig unsichere land zurueckzukehren.

@Thomas: mal ganz im Ernst, warum sollte deine Freundin so "verrueckt" sein, nach Kamerun zu gehen, wenn sie es geschafft hat, in deutschland zu sein. Hast du da mal nachgefragt? Wuerde mich brennend interessieren, was sie dir gesagt - und natuerlich, wie sie DEINE moeglichkeiten einschaetzt, es da unten zu "bringen"...

Lass mal, wenn du willst, von dir hoeren...

Ansonsten, lass sie in deutschland und geh alleine, falls dich dieses land interessiert und du ausgerechnet da Geschaeftsmann werden willst. Wenn du das packst, wird eine (andere) Kamerunerin vor Ort kein Problem sein, um es mal so prosaisch auszudruecken...
Gruesse Henry

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Oryx
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Beitrag: #50865 Oryx
So Aug 25, 2013 7:03 am

Obwohl die Anfrage hier unter "Südliches Afrika" steht, gehört Kamerun nicht zum südlichen Afrika, sondern zu Zentralafrika. Im Gegensatz zum südlichen Afrika herrschen in Zentralafrika völlig andere Zustände. Zentralafrika ist bis heute eine recht gebeutelte Region, nicht zu vergleichen mit den friedlichen Umständen hier unten bei uns.

Von europäischer Seite werden Sicherheitsrisiken oft falsch eingeschätzt, weil in Europa niemand die Verhältnisse in Afrika wirklich kennt. Dennoch ist es so, dass man sagen kann, dass Weiße in Afrika erst einmal als Kühe gesehen werden, die man melken kann, weil sie ja so reich sind.

Das gilt für afrikanische "Beznesser" (Männer, die meist älteren europäischen Frauen schöne Augen machen, um nach Europa zu kommen, dort als Ehemann der Frau leben zu können) ebenso wie für sämtliche Geschäftspraktiken vor Ort. "Beznesser" können natürlich auch Frauen sein, die sich einen Europäer angeln, um in Europa die Aufenthaltserlaubnis zu bekommen.

Ich will nicht behaupten, dass Deine Freundin aus Kamerun das im Sinn hat, aber die "Festung Europa" ist für Afrikaner anders kaum zu knacken. Deshalb sollte man immer die Besonderheiten einer afrikanisch-deutschen Beziehung überlegen.

Ebenso wie Henry kommt es mir sehr merkwürdig vor, dass Deine Freundin wieder nach Kamerun zurück will. Das ist eigentlich eher ungewöhnlich, denn wenn Afrikaner erst einmal in Europa sind, wäre es für sie ein Rückschritt, sich wieder nach Afrika zu begeben.

Also es ist viel zu beachten, wie Du siehst. Was aus Deinem Eingangspost nicht hervorgeht, ist, wie oft Du selbst schon in Kamerun warst und wie gut Du die Verhältnisse dort kennst. Du solltest Dir auf jeden Fall erst einmal ein Bild von den Verhältnissen vor Ort machen, längere Zeit dort sein, um auch die Sachen kennenzulernen, die Touristen nicht kennen, und dann erst entscheiden, was sinnvoll ist. Gibt es Geschäftszweige, in denen ein Europäer einsteigen kann? In Afrika hängt viel von Beziehungen und Familie ab. Das heißt, wenn Du als Fremder, dazu noch Weißer, nach Afrika kommst, wirst Du Schwierigkeiten haben, überhaupt erst einmal irgendwo "reinzukommen".

Es gibt jedoch sehr geschäftstüchtige Leute, die aus allem ein Geschäft machen können, selbst in einem fremden Land. Wenn Du zu diesen Menschen gehörst, schau Dich in Kamerun um und sondiere vor Ort die Möglichkeiten.

Du solltest sehr gut Französisch sprechen. Das ist die die Hauptsprache in Kamerun, die die Leute neben ihrer eigenen Stammessprache sprechen.

Eins kann ich aus meiner jahrelangen Erfahrung hier in Afrika sagen: Es ist immer anders, als man denkt. 8)

P.S.: Noch eine afrikanische Besonderheit: Lügen ist für Afrikaner keine Sünde oder etwas, das man vermeiden sollte, eher im Gegenteil. Trau also niemandem, der Dir irgendetwas erzählt, solange Du es nicht selbst gesehen hast.

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Jambo
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Beitrag: #50873 Jambo
So Aug 25, 2013 9:38 am

Hallo Thomas,

bisserl träumen wird doch noch erlaubt sein oder ?

selbständig machen in Kamerun ...
frag doch mal deine Freundin warum sie in Europa ist ?

und die ganzen anderen Afrikaner in Deutschland ...
unter Lebensgefahr landen jeden Tag ganze Bootsladungen in Europa an. Die meisten davon aus Westafrika !

Und es gibt auch nur zwei Gründe, dass sie wieder nach Afrika zurück gehen würden ...
1. sie sind alt und wollen in dem Village sterben, wo sie geboren sind,
oder
2. sie haben in Europa soviel Geld "gemacht", dass sie reich zurück kehren, um allen zu zeigen, dass sie es "geschafft" haben ...
aber selbst dann, würden sie weiter in Europa leben und nur nach Afrika kommen, um dort ihre Geschäfte zu überwachen, die die Mitglieder der Familie mittlerweile mit dem Geld dort eingerührt haben.

Also wenn du genug zum Spenden hast Thomas, dann nur zu ...
die Familie deiner Freundin hat mit Sicherheit mehrere Geschäftsmodelle zur Hand, die du finanzieren kannst ...

und das ist auch der einzige Grund, warum deine Freundin evtl. in Erwägung zieht, mit dir für eine Zeit nach Kamerun zu gehen.

Lade sie doch mal ein und fliege mit ihr zwei Wochen in ihr Heimatland. Das mögen sie gerne, ihre Familie besuchen. Dann siehst auch gleich einmal, wie es da zugeht. :wink:


Grüße
Jambo


.

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Oryx
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Beitrag: #50874 Oryx
So Aug 25, 2013 10:17 am

Jambo hat geschrieben:bisserl träumen wird doch noch erlaubt sein oder ?

Ich glaube, Jambo, wir hier in Afrika können uns schon gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, in Europa von Afrika zu träumen. Wir sind schon zu sehr von der Realität verdorben. :wink:

Ich denke, Thomas ist auch noch nicht klar, dass er mit seiner Freundin eine ganze Familie bis zum Cousin dritten Grades "geheiratet" hat. Die alle erwarten, dass der "reiche Weiße aus Europa" sie alle unterhält. Westafrika ist an Armut in Afrika wohl kaum zu überbieten. Da sind 100€ schon ein Vermögen. Und jemand, der mehr als 100€ hat, erscheint wohl wie ein Millionär.

Geschäfte machen bedingt, dass gewisse Ressourcen da sind, Leute, die Geld haben, einem etwas abzukaufen oder für eine Dienstleistung zu bezahlen. Wenn man da als derjenige ankommt, der das meiste Geld hat, und die anderen haben nichts, wird sich das eigene Kapital wohl ziemlich schnell verringern. Es gibt genug Leute, die die Hand aufhalten.

Gerade kürzlich las ich in einem Bericht über "Die weiße Massai", diese Schweizerin, dass das ganze Dorf, in dem ihr ehemaliger Liebster lebt, von ihr unterhalten wird. Obwohl sie ja schon ewig nicht mehr mit ihm zusammen ist. Aber die erwarten das einfach. Da geht keiner mehr arbeiten, die warten einfach auf ihre regelmäßig eingehenden Überweisungen. Das ist Afrika.


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