Europa auswandern? Perspektiven zu "Chrash-Zeiten"

Alles was nicht einem speziellen Land zugeordnet werden kann.

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Sascha Blodau
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Beitrag: #58641 Sascha Blodau
Mi Feb 24, 2016 11:12 pm

Was Kinder angeht, kann ich dir jetzt schon sagen @Siggi!, die ersten zwei Jahre sind die brutalsten. :lol:

Siggi! hat geschrieben:...Ich lebe ungesund, werde vermutlich nicht besonders alt und werde einfach keine Zukunftsängste haben....


Ungesund lebe ich auch, ich trinken jeden Abend bestimmt 2-3 Gläser Rotwein, den billigen Win de Pays, esse Chips und Schweinefleisch gern chross frittiert. Auch Schokolade mag ich sehr. :roll:
Ich bin eben ein Genießer, als Veganer zu leben, währe für mich eine Strafe.
Aber ich mache auch Sport, inzwischen habe ich mir hier im Wald einen Hindernisparkur von 16 Km zusammengestellt den ich in 3 Stunden absolviere, wenn es geht 2x die Woche.
Es macht mir einfach Spaß.
Eine gesunde Lebensweise ist auch ein Luxus, aber der kostet nicht unbedingt viel.

Ich bin der Überzeugung, dass es nicht wichtig ist, besonders alt zu werden, aber es ist wichtig, die Zeit die man lebt gesund und mit Lebensfreude zu überstehen. Eine Garantie gibt einem keiner.
Nur habe ich des öfteren Fälle kennen gelernt, die mit einem schweren Schlaganfall im Heim gelandet sind und dort vor sich hinvegetieren, das ist für mich ein Alptraum!

Das du dich in deine Ukraine/Krim Sache so reinsteigerst kann ich leider nie so ganz nachvollziehen, ist wahrscheinlich auch so ein persönliches "Ding" von dir, oder eurer Familie. Für mich ehrlich gesagt nicht nachvollziebar, wie jemand mit Hirn, seinen Fuß in so eine abgefuckte Gegend setzen kann, und dann noch mit Kind :shock:

Warum kommst du nicht nach München?
Meine Frau als Bolivianerin, hat es geschafft, bei Jack Wolfskin eine Teilzeitstelle zu bekommen, ja es war viel Glück dabei, aber diese Stelle habe ich für sie gesucht, und ich habe es eben nicht aufgegeben zu suchen. Und wenn es schief gelaufen ist, sind wir aufgestanden und haben weiter gesucht, ja das waren alles tolle Erlebnisse!
Klar mein gesellschaftlicher Status ist nicht auf einem hohem Niveau, schließlich lebe ich hier in München Hasenbergl, oder besser gesagt Sozialbergl. :roll: Aber was solls?

Ich selbst mache meine Geschäfte bei eBay und arbeite zu Saisonzeiten fast täglich als Komparse und Kleindarsteller, für unzählige Filmpruduktionen, dabei verdiene ich zwischen 80 bis 800Eur pro Tag, man muss sich natürlich erst mal "reinfressen", wie der Holzwurm in den Eichenstamm, aber es geht. Mit der Zeit baut man sich seine Verbindungen auf.

Als Familie mit Kind hast du in Deutschland alle Rechte und finanzielle Unterstützung, die du dir wünschen kannst, nicht ohne Grund kommen alle hier her, egal wie.

Ich würde euch hier gern mit Rat und Tat zu Seite stehen, es gibt schon einen Weg.
Klar, ne Nanny gibst hier leider nicht so günstig :roll:

Ich verstehe nicht, wieso du dich da drüben so aufreibst! :!:
Alles was du brauchst, kommt im richtigen Moment zu dir. Sei geduldig.

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Siggi!
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Beitrag: #58642 Siggi!
Do Feb 25, 2016 12:22 am

Sascha Blodau hat geschrieben:Das du dich in deine Ukraine/Krim Sache so reinsteigerst kann ich leider nie so ganz nachvollziehen, ist wahrscheinlich auch so ein persönliches "Ding" von dir, oder eurer Familie. Für mich ehrlich gesagt nicht nachvollziebar, wie jemand mit Hirn, seinen Fuß in so eine abgefuckte Gegend setzen kann, und dann noch mit Kind :shock:

Bis 2014 hat alles gepasst: Im Sommer am Meer, schöne Strände, klare Luft und klares Wasser, nicht überfüllt, günstige Preise und Steuern. Das war sicher nicht der beste Platz auf der Welt, aber für uns durchaus sehr ok. Meine Frau konnte bei der Familie sein, nie wäre ein Familiennachzug nach DE von Oma und Mutter möglich gewesen.

Wir waren eben so dumm und haben 2 ETWs auf der Krim gekauft, danach ein Sommerhaus. Sicher auch nicht das Beste, aber bei weitem nicht das Schlechteste mit Blick über Bucht und See und einigen Annehmlichkeiten. In Sumy wollte meine Frau unbedingt ihr Geburtshaus wieder auf den Stand eines Bürgerhauses von 1903 herrichten. Da haben wir viel renoviert, weil der Sozialismus deutlich Spuren hinterlassen hatte. Alles war soweit fertig gestellt, als die Krise kam.

Was würdest Du jetzt tun? Alles im Stick lassen, Häuser für wenig Geld verkaufen, d.h. fast verschenken?

Warum kommst du nicht nach München?

Zum einen bin ich kein Stadtmensch. Daher haben wir eine FeWo im bayerischen Wald und nicht in München. Auch hat der Wald eine ganz andere Kostenstruktur. Wir haben hier den qm für um die 400 Euro bekommen. In München müsste ich wohl eine Null dranhängen.

Aber auf Dauer in DE bleiben? Das wollen wir beide nicht. Wenn wir wg. Kind später uns neu orientieren, wird es nicht DE werden, da DE den Familiennachzug nur in Fällen besondere Härte erlaubt, aber meine Frau die Oma dabei haben will.

dabei verdiene ich zwischen 80 bis 800Eur pro Tag

800 Euro pro Tag ist doch recht ordentlich. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wie viele solcher Tage es pro Jahr gibt. Bei 220 Arbeitstagen wären es 176'000 Euro p.a., für DE deutlich überdurchschnittlich.

Als Familie mit Kind hast du in Deutschland alle Rechte und finanzielle Unterstützung, die du dir wünschen kannst, nicht ohne Grund kommen alle hier her, egal wie.

In die eine Tasche würden sie uns das Kindergeld und ein paar Sozialleistungen stecken und aus der anderen Tasche das mehrfache des Betrages in Form von Steuern entfernen. Für uns wäre DE kein Gewinn, sondern ein ganz brutales Verlustgeschäft. Wir verdienen beide das Geld ortsunabhängig. Durch einen Wohnsitz in DE würden sich die Einnahmen nicht erhöhen, aber die Kosten in Form von Steuern ganz gewaltig.

Ich würde euch hier gern mit Rat und Tat zu Seite stehen, es gibt schon einen Weg

Danke für das freundliche Angebot.

Ich verstehe nicht, wieso du dich da drüben so aufreibst! :!:

Du baust Dir also in 10 Jahren etwas auf und lässt dann alles im Stich?

Worüber wir zurzeit nachdenken: Dieses Jahr den verlängerten Sommer in Bulgarien verbringen. Aber zumindest meine Frau muss für einige Wochen auf die Krim, da dort die RU Staatsbürgerschaft auf sie wartet, für die wir die letzten 2 Jahre gekämpft haben. Das soll nicht vergeblich gewesen sein und wird bei einem späteren Verkauf der Immobilien 30% Steuern sparen.

Gruß
Siggi

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Sascha Blodau
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Beitrag: #58644 Sascha Blodau
Do Feb 25, 2016 1:12 am

Hi,Hi die Frauen und ihre Macht, ganze Biliotheken könnte man mit diesem "Stoff" füllen, aber Bulgarien ist vielleicht auch ein Weg.
Nur, für die Schule eures Sohnes würde ich mir schon ein ordentliches Land suchen, aber bis dahin habt ihr ja noch Zeit.

Was deine Investitionen auf der Krim angeht, würde ich abwiegen zwischen dem realisierbaren Wert und euer Gesundheit.
Man muß manchmal präoritäten setzen, später finden sich vielleicht Lösungen.
So schlecht wie die Lage jetzt ist, wird dir da wohl keiner was weg nehmen.
Alles was du brauchst, kommt im richtigen Moment zu dir. Sei geduldig.

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angekommen in BG

Beitrag: #58645 hacki.bg
Sa Feb 27, 2016 11:03 am

Hallo Siggi
Ich kenne das,immer wenn man sich etwas aufgebaut hatte,kam etwas was es wieder zu nichte gemacht hat.Handelte sich bei mir nicht um Immobilien,aber andere Ereignisse schmerzen auch.
Schaue dich in Bulgarien um,es ist ein schönes Land und wir haben hier unser Glück sowie Zufriedenheit gefunden.
Bürokratismus ist überall,hier geht es trotzdem sehr schnell.
Gerne helfen wir bei Fragen jeglicher Art und wünschen in all euren Überlegungen,viel Glück und gutes Gelingen.


Die Hackis

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Siggi!
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Beitrag: #58646 Siggi!
Sa Feb 27, 2016 11:59 am

Hallo,

danke für das freundliche Angebot. Sollten wir in BG sein, melde ich mich sicher bei Euch.

Gruß
Siggi

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Beitrag: #58648 Siggi!
Sa Feb 27, 2016 9:52 pm

orly hat geschrieben:Und was hat sich daran so grundlegend verändert?

Dieses Jahr: Ohne Wasser und Strom bzw. mit zeitweisen Abschaltung ist das Leben nicht mehr nett.

Daneben die ganzen Auswirkungen der Sanktionen, die ich schon lang und breit beschrieben habe (keine Kredit- oder sonstige westliche Plastikkarte funktioniert, kein Roaming, teilweise eingeschränkte Versorgung, kein Paket aus Westeuropa kommt an (also kein Online Shopping möglich), Probleme bei Anreise über UA Territorium, etc.)

orly hat geschrieben:Seid ihr enteignet worden? Die Immobilien sind doch noch da.

Nur im Wert brutal verfallen.

also ehrlich wo ist das Problem?

Das sich die Situation deutlich verschlechtert hat und wir viel Zeit investieren mussten, um den Status Quo aufenthaltstechnisch zu wahren. Aber wir sind nicht todkrank, so ein ernstes Problem besteht nicht.

Glücklicherweise haben wir für das Alter in Renditeobjekten in DE investiert, sonst wäre die Situation wirtschaftlich wirklich katastrophal.

Bleibt wohl nur der status quo, Firma steuersparend im Ausland.

So einfach geht das nicht. Du kannst Deine Firma nicht in Land X gründen, wohnst aber in Land Y und zahlst dort keine Steuern, selbst wenn die Firma den Gewinn thesauriert. Dann kommt das FA in Land Y: Ort der geschäftlichen Oberleitung ist in Land Y, somit Steuerpflicht in Land Y. (Thesauriert die Firma nicht, ist die Sache noch klarer: Die Ausschüttungen sind immer im Wohnsitzland zu versteuern.) Natürlich kannst Du jetzt auf die Idee mit Strohmännern kommen, etc. Aber legal ist das Ganze deswegen trotzdem nicht.

Na also, immerhin. Musst ja nicht alles gleich verschleudern.

Tun wir auch nicht.

Gruß
Siggi

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Beitrag: #58655 Siggi!
So Feb 28, 2016 8:53 am

orly hat geschrieben:Bohr einen Brunnen und stell auf Solarstrom um.

Grundwasser gibt es nicht. Darum wurde die Region doch mit einem Wasserkanal versorgt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nord-Krim-Kanal
Solarmodule? Da musst Du zuerst ein gut gedämmtes Passivhaus bauen. Bei unseren Bauten ist es ohne Klima kein Vergnügen im Sommer. Klima zieht solche Mengen an Strom, da braucht man große Investitionen in Solar, die Du nie wieder bekommst, wenn der Strom wieder zuverlässig für 3 Cent geliefert wird. Dann ist der Solarstrom nämlich mehrfach teurer.

Das ist alles nicht vernünftig. Entweder es herrschen dort wieder Bedingungen, die ein komfortables Leben möglich machen oder eben nicht. Wenn nicht, dann nicht noch mehr investieren und die Abhängigkeit somit erhöhen, sondern neu orientieren. (Nebenbei: Für das Kind dort ganz aufwachsen und dann eine Wehrpflicht dort auslösen? Niemals!)

BG hat 10% Flat Tax. Damit kann man leben. Zypern wäre auch eine Alternative mit 2,5% bei Software IP:
http://www.roedl.de/themen/zypern-ip-box-eu
England sogar auch, denn durch "UK resident but not UK domiciled" bleiben Auslandseinkünfte steuerfrei:
http://www.rosebank-uk.com/worldwide-location/
(In Cornwall (Südwesten von England) gibt es sogar Palmen, der Golfstrom macht ein mildes Mikroklima möglich.)
Estland hat 0% Unternehmenssteuern, nur Ausschüttungen werden mit 25% besteuert. Da gibt sicher noch mehr Möglichkeiten - auch in der EU. Wegen den Steuern muss niemand auf der Krim bleiben. Aber München ist sicher keine Alternative.

Gruß
Siggi
Zuletzt geändert von Siggi! am So Feb 28, 2016 11:40 am, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: angekommen in BG

Beitrag: #58656 Sascha Blodau
So Feb 28, 2016 11:38 am

hacki.bg hat geschrieben:....Ich kenne das,immer wenn man sich etwas aufgebaut hatte,kam etwas was es wieder zu nichte gemacht hat.Handelte sich bei mir nicht um Immobilien,aber andere Ereignisse schmerzen auch.....


Die Hackis



Ja @hacki.bg, ganz genau so ist es mir bisher auch immer wieder ergangen, so ist eben das Spiel des Lebens, man kann es auch nicht steuern, das ist das Schicksal eben.
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Re: angekommen in BG

Beitrag: #58657 Siggi!
So Feb 28, 2016 11:45 am

Sascha Blodau hat geschrieben:so ist eben das Spiel des Lebens, man kann es auch nicht steuern, das ist das Schicksal eben.

Ich muss ehrlich zugeben, ich habe auch schon Dinge verloren, aber durch Fehler. Ich war oft zu gutgläubig oder zu wenig am Profit orientiert. Aber bei der Krim sind es Dinge, die nicht unter meiner Kontrolle liegen.

Natürlich gibt es jetzt sicher einige, die sagen: In so ein Land wandert man auch nicht aus. Im nachhinein redet sich dann immer leicht. Fakt ist: Für uns war die Entwicklung überhaupt nicht absehbar.

Schade, dass Arnego2 hier nicht viel mehr zu seiner Wahlheimat schreibt. Aber ich vermute stark, dass er auch nicht so glücklich mit den aktuellen Umständen ist und er dies auch nicht hat kommen sehen.

Interessant ist, dass hier im Forum viele auf DE schimpfen. Aber nur sehr wenige Stimmen geben zu, dass in der Wahlheimat auch (zum Teil massive) Probleme existieren.

Diese Aussage von mir weiter oben kann missverständlich sein
Siggi! hat geschrieben:Realistischerweise ist mein Leben gelaufen. Große Ziele gibt es nicht mehr. Entweder ich kann es ohnehin nicht mehr erreichen oder ich bin zu feige, von 0 anzufangen.

Das hat nichts mit den Bedingungen auf der Krim zu tun. Das bezieht sich auf das Berufliche.

Gruß
Siggi

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Beitrag: #58658 Sascha Blodau
So Feb 28, 2016 11:56 am

Siggi! hat geschrieben:....Für das Kind dort ganz aufwachsen und dann eine Wehrpflicht dort auslösen? Niemals!.....


Das ist natürlich auch noch so ein Aspekt, den man schon im Hinterkopf haben sollte.
In Deutscchland hat man ja die Wehrpflicht eingespart, was für meinen Sohn ein Vorteil ist.
Ich mußte damals noch nach Berlin gehen, um die Wehrpflicht zu umgehen.
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Beitrag: #58659 Siggi!
So Feb 28, 2016 12:19 pm

Sascha Blodau hat geschrieben:Ich mußte damals noch nach Berlin gehen, um die Wehrpflicht zu umgehen.

Ich habe auch so einiges angestellt, um mit T5 ausgemustert zu werden.

Aber Dienst in der Armee in diesen Ländern ist noch mal eine ganz andere Kategorie, nicht nur ein Kostümfest. Von da her würde ich am liebsten auf die UA und RU Staatsbürgerschaft für das Kind ganz verzichten.

Gruß
Siggi

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Beitrag: #58660 Sascha Blodau
So Feb 28, 2016 12:24 pm

Die Zukunft lässt sich wohl auf der ganzen Welt nicht voraussagen, ob Heimat oder Wahlheimat, es nimmt sich nicht viel.
Auch Deutschland wird wohl große Probleme kriegen, nur wird es wohl nicht unbedingt gleich einen Krieg geben. Auch werden sich die unterschiedlichen Volksgruppen nicht gleich gegenseitig "abknallen", wie in den arabischen Lädern üblich.
Aber die Konflikte werden hinten herum ausgetragen, durch Intriegen und einen verschärften Wettbewerb um den Arbeitsmarkt.
Die Regierung freut es natürlich und profitiert jeden Tag davon.
Die Stimmung auf der Straße wird jeden Tag mieser, jeder hasst hier jeden.
Geld ist noch im Umlauf aber niemand hat etwas davon.
Selbst Leute mit 5000,-EUR netto, sind oft frustrierter und deprimierter als irgend welche "Penner" am Bahnhof. Eine paradoxe, idiotische Welt!

Klar, ich weiß auch nicht was uns in Bolivien erwartet, ich habe das Gefühl, dass nach einigen Jahren des Wachstums, mit dem neuen Präsi "EVO" nun der Höhepunkt des Investierens erreicht ist, und die Investoren wollen nun langsam Geld sehen. Und ob das gut geht, möchte ich offen bezweifeln.

So ist es eben immer auf der Erde, es wird sich immer was drehen.
Und wenn du deine berufliche Zukunft auch schwarz siehst @Siggi!, könnte sich das Blatt in kurzer Zeit auch positiv für dich wenden, man muß eben nur am Ball bleiben, wollen.
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Beitrag: #58661 Siggi!
So Feb 28, 2016 12:52 pm

Sascha Blodau hat geschrieben:Und wenn du deine berufliche Zukunft auch schwarz siehst @Siggi!, könnte sich das Blatt in kurzer Zeit auch positiv für dich wenden, man muß eben nur am Ball bleiben, wollen.

Ich werde immer missverstanden. Ich sehe nicht schwarz.

Aber ich würde gern mal wieder etwas völlig neues machen. So wie früher, als ich es nicht erwarten konnte, Montags wieder an den Rechner zu dürfen. So arbeite ich wohl noch ein weiteres Jahrzehnt an für mich "olle Kamellen".

Ich habe schon gesagt: Ich bin kein Entwickler, sondern Restaurator. Rette Software, die schon 15-25 Jahre auf dem Buckel hat (das sind Generationen im IT Bereich) über das nächste Jahrzehnt.

Aber von der finanziellen Seite gesehen ist das natürlich gut. Praktisch keine Konkurrenz, denn keiner kennt sich (mehr) mit diesen Dingen aus. Die Jungen wollen das alte Zeug gar nicht mehr lernen, denn sie sehen es als berufliche Sackgasse. Das Positive: Man kann verrechnen, was man will (natürlich muss das aber im Rahmen bleiben).

Nur Geld ist nicht alles. Fange ich in einem neuen Bereich an, geht das Einkommen auch erst mal auf 0 oder auf 10% zurück. Dazu bin ich zu feige, denn es ist in meinem Alter sehr wahrscheinlich, dass ich dann nie mehr in die jetzigen Einkommensregionen zurückkomme. (Einen Vorteil hätte das: Keine Probleme mehr mit der Steuer! 8) )

Gruß
Siggi

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Beitrag: #58662 Sascha Blodau
So Feb 28, 2016 1:14 pm

Siggi! hat geschrieben:.....Aber ich würde gern mal wieder etwas völlig neues machen. So wie früher, als ich es nicht erwarten konnte, Montags wieder an den Rechner zu dürfen. So arbeite ich wohl noch ein weiteres Jahrzehnt an für mich "olle Kamellen".....


Das kann ich schon ganz gut verstehen.
Für mich klingt es nach einem klassischen Burnout-Effekt.
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Beitrag: #58664 Siggi!
So Feb 28, 2016 4:41 pm

Burnout? Ne, sehe ich auch nicht so!

Immobilien am Hals? Das macht meine Frau, die erstellt z.B. gerade die Nebenkostenabrechnung. Die kümmert sich um Renovierung, Verwaltung, etc. Arbeitsteilung!

Kind? Machen Frau und Oma. Die entlasten. Ich habe das Privileg mich nur um das Geldverdienen kümmern zu dürfen. Sogar meine Kleidung bestellt meine Frau, ich muss es nur noch anprobieren.

Nein, es ist einfach nicht mehr so spannend, weil es nicht mehr neu ist. Ich lerne gern neue Dinge dazu. Anfangs habe ich die Firma mit einem Partner gegründet und wir hatten z.B. einen Steuerungsrechner entwickelt. Das war alles neu für mich und insgesamt neu, sogar vom Bundesforschungsministerium gefördert. Kurz: Dinge, die ich noch nie im Leben getan hatte. Das war interessant, weil es viel zu lernen gab. (Finanziell war das sehr schlecht, hätte das Mehrfache mehr in einem anhängigen Beschäftigungsverhältnis verdient.)

Danach ging es in Automatisierungstechnik. Auch alles neu für mich. (Führe das ich nicht weiter aus, um niemanden zu langweilen.)

Seit meiner Auswanderung ist das alles Vergangenheit, denn Automatisierungstechnik würde eine Anwesenheit vor Ort zur Inbetriebnahme fordern. (Wäre aber auch nicht mehr neu.) Ich warte Software, die in der ganz überwiegenden Mehrzahl zwischen Anfang der 1990 bis Anfang 2000 entwickelt wurde (von fremden Dritten, zum Teil herrscht da Chaos im Code). Das ist nicht sonderlich interessant, aber zumindest redet mir beim Fachlichen niemand rein und finanziell ist das durchaus nicht schlecht. Aber ein Traum ist es nicht, denn die Begeisterung ist einfach nicht mehr da.

Neulich hat die NASA Entwickler gesucht:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 66565.html
Hatte ernsthaft überlegt, mich dort zu bewerben. Sie nehmen aber nur US Bürger. Dann wären z.B. künstliche Intelligenz, Genetik oder Astronomie/Astrophysik sicher interessante Gebiete, die mich reizen würden. Aber das bleibt wohl alles ein Traum.

Gruß
Siggi


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