verhalten optimistisch

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virag
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verhalten optimistisch

Beitrag: #20076 virag
Mi Feb 06, 2008 11:46 am

Hallo
bin neu hier im Forum, vielleicht findet sich jemand zum Gedankenaustausch.
Ich lebe mit meiner Familie seit 1 1/5 Jahren in Fót vor den Türen von Budapest.
Inzwischen sind wir der Meinung, dass es wohl doch ein Fehler war. Ungarn generell wohl nicht, aber dieses Kaff Fót ist absolut der falsche Platz. Wir haben gebaut, sind also nur noch schwer beweglich.
Aber es ist alles wie Schlamm treten: die große Tochter geht in die dt Schule in Buda, sie ist 1 1/2 Stunden einfache Fahrt unterwegs. Die beiden Kleinen bringen wir nicht nach BP in den Kindergarten, weil die Verkehrssituation unberechenbar ist. Also gehen sie ins nächste Kaff Dunakeszi. Wir bauen uns eine selbstständige Existenz auf, aber die Behördengänge und Bankangelegenheiten fressen einen auf. Hinter Wien beginnt der Balkan.
Noch mal würde ich nicht wieder hier her kommen. Das einzige, was mir gut gefällt, sind die Menschen. Hier geht unsere Rechnung auf: die Leute hier sind offen, warmherzig, manchmal ein wenig dumm oder eher naiv, aber absolut herzlich. Leider spreche ich immer noch nicht gut ungarisch, einfach weil das erste Jahr so schwer war. Wo habt Ihr am schnellsten ungarisch gelernt?
Tja, so sieht es aus. Nicht besonders toll, aber noch geben wir nicht auf.
Und, seid Ihr alle begeisterte Ungarn-Fans?

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Caribe-Klaus
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Re: verhalten optimistisch

Beitrag: #20078 Caribe-Klaus
Mi Feb 06, 2008 12:46 pm

virag hat geschrieben: aber dieses Kaff Fót ist absolut der falsche Platz. Wir haben gebaut, sind also nur noch schwer beweglich.

Auch wenn es kein Trost ist - diesen Fehler machen mehr Menschen. Gleich kaufen oder bauen, dabei erstmal mind. 1 Jahr was mieten, Umgebung, Menschen ect. erkunden. Wenn es nicht passt, alles in's Auto und weiter...

Aber manchmal ändern sich auch die Dinge. Gerade in den ersten Monaten "stapeln" sich negative Eindrücke und drücken immer mehr die Stimmung. Dazu dann noch das Wissen, habe jetzt hier Eigentum und kann nicht so schnell weg.

In diesem Sinne, anpacken und erstmal durch.
Ansonsten packen und weg. :wink:

Viel Erfolg, Gruss Klaus
Die positive Grundeinstellung ist nicht alles, doch ohne sie - ist alles nicht's !

virag
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Beitrag: #20086 virag
Mi Feb 06, 2008 1:33 pm

Hallo Klaus,
danke für die Antwort.
Ja, inzwischen weiß ich auch, dass es besser gewesen wäre, erst mal nur zu gucken, ob die gewählte Ecke die Richtige ist. Naja, ich glaube, wir wurschteln uns durch.
Ich setz meinen Beitrag in ähnlicher Form noch mal in den Vorstellbereich. Ich glaube, da sind mehr als hier in der Ungarn-Ecke.

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Jupp
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Beitrag: #20087 Jupp
Mi Feb 06, 2008 1:44 pm

Willkommen im Forum!

Ist halt oft so, hinterher ist man meist schlauer - aber auch um eine Erfahrung reicher.
Auswandern? Eher nicht, aber ein Altersruhesitz irgendwo im Nirgendwo?
--------
Weihnachtsblog: Geschenkideen und mehr ;-)

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Siggi!
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Beitrag: #20091 Siggi!
Mi Feb 06, 2008 3:14 pm

Hallo,

Herzlich Willkommen im Forum.

Ich setz meinen Beitrag in ähnlicher Form noch mal in den Vorstellbereich

Das ist eine gute Idee, hoffen wir, dass irgendjemand sich dies zu Herzen nimmt. Aber oefters habe ich den Eindruck, dass es sehr viele beratungsresistente Auswanderer gibt. Kritik ist oft unerwuenscht, Bestaetigung der eigenen Ansichten wird von uns erwartet.

Gruss
Siggi

ich
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Beitrag: #20092 ich
Mi Feb 06, 2008 3:20 pm

Hallo virag,

auch von mir ein herzlich Willkommen.

Da hat Klaus schon recht, am Anfang "stapeln" sich die negativen Dinge. Alles muss organisiert und geregelt werden. Behördengänge sind schon in Deutschland nervig, aber in einem neuen Land natürlich doppelt. Alles ist anders geregelt, andere Sprache und vorallem muss am Anfang ziemlich viel gemacht werden. Man fühlt sich nach einigen Monaten "kämpfen" ziemlich ausgelaugt und sieht alles nur noch negativ. Aber nicht verzagen, irgendwann ist auch der letzte Antrag gestellt und man gewöhnt sich an den "way of life".

Viel Glück

virag
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Beitrag: #20093 virag
Mi Feb 06, 2008 3:30 pm

Siggi! hat geschrieben:Aber oefters habe ich den Eindruck, dass es sehr viele beratungsresistente Auswanderer gibt. Kritik ist oft unerwuenscht, Bestaetigung der eigenen Ansichten wird von uns erwartet.


schade, ich hatte in den 1-2 Jahren, während wir mit dem Gedanken gespielt und dann die Auswanderung vorbereitet haben, dringend nach Meinungen gesucht. Allerdings eher im eigenen Familien- und Freundeskreis. Aber jeder lebt sein eigenes Leben und so etwas, wie das eigene Land verlassen, kann man sich nicht vorstellen. Daher haben wir nirgend wo ernsthafte Kritik oder Vorschläge bekommen. Und sind so in viele Fehler reingelaufen, die nicht hätten sein brauchen.
Zurück gehen ist (noch) keine Alternative. Den heutigen Nachmittag habe ich erst mal damit "vergammelt", hier rumzulesen.
Ich hoffe auf viele neue Beiträge

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Caribe-Klaus
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Beitrag: #20094 Caribe-Klaus
Mi Feb 06, 2008 4:04 pm

ich hat geschrieben: am Anfang "stapeln" sich die negativen Dinge. Alles muss organisiert und geregelt werden. Behördengänge sind schon in Deutschland nervig, aber in einem neuen Land natürlich doppelt.

Absolut richtig. Man hat immer den Druck auch vor dem Unbekannten. Hat man alles, oder was vergessen, oder ?

Ich erinnere mich an 1992. War ein 1/4 Jahr schon auf meiner "Trauminsel". Entgegen meinem Vorhaben, erstmal lange Urlaub zu machen, bot sich mir ein Geschäft günstig an. Ich kaufte und war froh, wieder eine (neue) Beschäftigung zu haben. Innerhalb kurzer Zeit wurde mir ein grösserer Geldbetrag gestohlen und die dortige Tourismus-Polizei schloss mir einen Tag vor der Eröffnung mein Restaurant. Ich wollte keine Bestechungsgelder bezahlen - habe ich aber dann auch nicht, der Commandante hat seinen Job verloren und danach, 3 Wochen später, eröffnete ich.

Aber darum schreibe ich das nicht. Nur in dieser Zeit sass ich oft abends allein auf meiner Terrasse und dachte " nächstes Flugzeug und nicht's wie weg" ! Ich kenne das, wie man sich manchmal fühlt.

Aber dann, aufgeben ? Nein, jetzt erst recht nicht. Und später sah die Welt bzw. die Insel schon wieder ganz anders aus... :wink:

Gruss Klaus
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habillie
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Beitrag: #20103 habillie
Mi Feb 06, 2008 9:14 pm

Willkommen hier im Forum,
schade, dass es dein Traumziel (noch) nicht geworden ist. Aber was zunächst schief lief, kann man ja noch grade biegen. Was waren deine Beweggründe, dass du dir (oder ihr euch) dieses Ziel ausgesucht hast? Von dem muss doch noch was da sein. Hoffe, du findest hier anregende Beiträge.
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!

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virag
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Beitrag: #20118 virag
Do Feb 07, 2008 2:23 pm

habillie hat geschrieben:Willkommen hier im Forum,
schade, dass es dein Traumziel (noch) nicht geworden ist. Aber was zunächst schief lief, kann man ja noch grade biegen. Was waren deine Beweggründe, dass du dir (oder ihr euch) dieses Ziel ausgesucht hast? Von dem muss doch noch was da sein. Hoffe, du findest hier anregende Beiträge.


nun, mein Mann ist Ungar, er kam vor 18 Jahren nach seinem Studium nach D. Damals war dieser Weg der Richtige. In Ungarn / ehem. Ostländern ging alles drunter und drüber. Auch nach den jeweiligen Systemstürzen war im Osten eine sehr schlimme Zeit. Inzwischen hat aber eine deutliche Trendwende eingesetzt. D erstickt so langsam am eigenen Sozialsystem. Mein Mann und ich sind Leute, die sehr viel und hart arbeiten und entsprechend gutes Geld verdienen. Nur kann man in D damit trotzdem nicht aus dem Einheitssumpf rauskommen. Steuerlich, unternehmerische Freiheit, persönliche Freiheit ...Egal was man macht, es wird reglementiert, es fehlt die Luft zum atmen. Die Leute sind neidisch, unverbindlich, bleiben auf Distanz. Und nutzen jede Gelegenheit, den Sheriff zu spielen.
Also haben wir uns die Frage gestellt, wo es den nächsten Aufschwung gibt. Na wo? Im Osten! Und da mein Mann nun mal Ungar ist, sind wir dorthin, damit wenigstens einer Land und Sprache kennt. Mir war im Prinzip das Land egal. Ich wollte schon in Europa bleiben, vor der Tür einen Flugplatz haben und gute Ausbildungsmöglichkeiten auf international hohem Standard wegen unserer 3 Kinder. Ich wollte ein dauerhaftes Zuhause finden für unsere Familie, wo wir unsere Wurzeln finden.
Und wir haben darauf gehofft, dass die Leute netter sind.
Im Prinzip haben wir alles gefunden: ein riesiges Grundstück mit tollem Haus, was wir uns in D in dieser Lage und Größe nicht hätten leisten können. Arbeiten tun wir noch in D, die Kinder gehen in erstklassige Einrichtungen. Unsere Nachbarn sind super, die Leute warten auf mich, dass ich endlich sprechen kann.
Also alles super? Klar, nur - es ist alles so schwierig! Gepaart mit Anfangsfehlern wurde alles komplizierter, als wir erwartet hatten.
Inzwischen verstehe ich die Antwort eines Bekannten sehr gut: ich habe ihn gefragt, warum er nach erfolgreichen Jahren im Ausland wieder nach D kam: Seine Antwort: in D muss er sich nur um seinen Job kümmern und den Müll trennen. Für alles andere wird gesorgt :D

Hattet Ihr keine Anpassungsschwierigkeiten im neuen Land? Da wir unsere Oma noch "im Gepäck" hatten, haben wir für alle Anträge (dt. Rente, ung. Rente, KV, Kindergeld, Firmeneröffnung, Kontoeröffnung, Telefon.......) fast ein Jahr gebraucht, bis alles geklärt war.
Alles reden von Europa, aber wenn man es leben will, wird jede Frage zum Präzedenzfall, kein Amt kann Auskunft geben, überall wird erst mal alles geblockt, bis man in monatelangem Kampf doch Recht bekommt.

Nun ja, wir sind ohne "zwingenden" Grund hier her gekommen. Jetzt zurück zu gehen, weil es schwieriger ist, ist auch keine Alternative.

Eine Frage habe ich noch: wie habt Ihr die neue Sprache gelernt? Ich tu mich echt schwer. Wohl zu alt :shock:, dann arbeite ich von zu hause aus mit deutschen Firmen und Kunden und seltsamer weise scheue ich mich, mit meinem Mann ungarisch zu reden. Meine große Tochter geht 3mal die Woche zum Privatunterricht, die beiden Kleinen gehen in einen ung. Kiga, aber sie reden trotzdem nur sehr zögerlich. Das ist momentan unser größtes Problem.

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Siggi!
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Beitrag: #20358 Siggi!
Di Feb 12, 2008 10:53 pm

Die Sprachdiskussion habe ich abgetrennt. Sie befindet sich im allgemeinen Teil.

Balaton Beach
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Basti vagyok

Beitrag: #21236 Balaton Beach
So Mär 09, 2008 8:20 pm

Hi,

in einem muß ich da recht geben,die ung. Sprache ist sehr schwer.ich sitze seit zig Jahren direkt am Balaton und fühle mich pudelwohl.Sicher gibts mal hier und da Probleme.Aber wo gibts die nicht -also auch in Unagrn.Buisher konnte ich immer alles lösen und das leben und die Arbeit machen mir Spaß.

Hier ist auch Lbeen und wenns keines gibt.mache ich eines.
Habe eine kleine ferienanlage aufgebaut.Frühstück,Coctail-Bar,bißchen Wellness dabei und seit 3 Jahren organsiere ich Unternat. Beachhandball-Festivals am Balaton.

Beach,Fun and Holidays,quasi unter diesem Motto.Allgemein ist auswandern nicht leicht,vor allem die ersten Jahre.Aber wenn man Glück und Mut hat,schafft man auch dieses.

Hajrá Magyarország

Szia

Basti

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DreamOfIstanbul
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Beitrag: #22753 DreamOfIstanbul
Do Mai 22, 2008 4:28 pm

Auswandern ist ziemlich populär geworden. Und viele verbinden damit eine Lösung ihrer Probleme. Aber oft ist es so, dass man in einem neuen Land mit Problemen kämpfen muss, die man vorher nicht hatte.


Natürlich muss man mit Problemen kämpfen. Auswandern heißt nicht sofort Erlösung der Probleme in BRD oder sonst wo. Wenn man sich gut informiert und entsprechend auch vorbereitet dürften die Hauptprobleme weg sein.

g.stillt
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Beitrag: #32075 g.stillt
Sa Jun 13, 2009 5:38 pm

Hier geht unsere Rechnung auf: die Leute hier sind offen, warmherzig, manchmal ein wenig dumm oder eher naiv, aber absolut herzlich.


vllt liegt es auch an obiger äusserung, dass die kinder nur zögerlich ungarisch reden...es könnte demnach auch am vorbild mutter liegen.

kurz gesagt: eine unsägliche anmaßung, fremde leute als dumm zu bezeichen...da nützt auch kein gutes einkommen mehr...


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