Ausstieg aus dem Wirtschaftssystem II

Republik Uruguay (República Oriental del Uruguay): Grenzen von Uruguay: im Norden Brasilien, im Osten und Süden
Atlantischer Ozean, im Westen Argentinien

Moderatoren: vamosarriba, Moderatoren

lucky
Beiträge: 14
Registriert: Mo Feb 23, 2009 11:16 am
Wohnort: Dachau/Germany

Ausstieg aus dem Wirtschaftssystem II

Beitrag: #45797 lucky
Fr Feb 24, 2012 4:45 pm

Hallo liebe Interessierte,
Also, jetzt hat mich mein schlechtes Gewissen übermannt und gezwungen mal wieder "Laut" zu geben.
Unser Plan, das Leben umzugestalten, besteht immer noch, und wird suxessive umgesetzt. Zumal unsere Überlegungen zur künftigen Situation Deuschlands (Europas)- oder eher weltweit- zunehmend an Aktualität gewinnen. Die ungeheueren Schulden die aufgenommen werden, müssen ja irgenwie zurückbezahlt werden - sei es durch erhöhte Inflation- Währungsreform- oder wie auch immer. Langsam kommen auch die Chinesen mit ihren ungeheueren Dollarreserven in die Bredouille. Das Vertrauen ins total verschuldete Amerika, bzw. den Dollar ist stark gesunken. Aus meiner Sicht muß es wohl mal zu einer neuen Welt-Leitwährung kommen. Vielleicht bestehend aus Euro,Dollar und Renminbi?
Quien sabe. Ich denke aber, daß es dafür noch einige Zeit hat. Zunächst wählt erst mal Amerika. Mal sehen, was die neue Regierung für eine Politik macht. Ich denke aber, daß sich die finanzielle Weltlage bis spätestens 2020 stark verschlechtern wird. Dann muß es irgenwann mal zu einem Break kommen.
Entsprechend ist unser Ausstiegsplan ausgerichtet!
Einer meiner zahlreichen Söhne und ich haben 2010 1 3/4 Häuser gebaut, die Einzäunung des Grundstücks teilweise erneuert und einen Trinkwasserbrunnen (45 m tief) gebohrt. Die Bauerei war- da wir nur zu zweit- ohne weitere Hilfe - gebaut haben ,sehr mühsam. In der Anfangszeit war es besonders schwierig, da der Container mit dem Werkzeug, nicht freigegeben wurde. Als Werkzeug hatten wir also nur 1 Schaufel, 1 Wasserwaage, 1 Handsäge, 1 Hammer zu Verfügung-. Sämtlich Fundamente wurden also mit der Hand gegraben, der Beton mit der Hand auf einem Wellblech gemischt, die Pfähle für das Holzskelett mit der Handsäge geschnitten. Aber wir haben es ja geschafft!
Zwischenzeitlich ist mein Sohn auch wieder in D um Geld zu verdienen. Mitte 2013 geht`s endgültig zurüc k nach Uy, um den Plan weiter zu verfolgen. Die beiden anderen Söhne bleiben zunächst noch hier bis die Lage sich deutlich verschlechtert. Dann sehen wir weiter. Sie sind beide etwas vorsichtiger und warten erst mal ab bis alles ins Laufen kommt. Den Pioniergeist hat nur mein mittlerer Sohn. Meine Frau kennt Uy noch garnicht, und so fahren wir im Herbst mal hin. Wenn es ihr genau so gut gefällt wie mir, könnte es sein, daß wir auch unsere Zelte hier abbrechen. Wie auch immer- die Voraussetzungen für eine andere Lebensweise sind geschaffen.
guat Nacht lucky

Benutzeravatar
Oryx
Beiträge: 667
Registriert: Mo Jun 18, 2007 9:54 am
Wohnort: Namibia

Beitrag: #45800 Oryx
Sa Feb 25, 2012 8:58 am

Ja, manche Dinge brauchen Zeit. Dein Anmeldedatum ist jetzt drei Jahre her, in der Zeit kann man sich schon einige Gedanken machen. Aber nur mit den eigenen Händen wird man selbst in Uruguay wohl nicht sehr weit kommen. Ein bisschen Kapital sollte schon sein. Denn wenn man in so einem Land lebt, merkt man schnell, dass es mit dem "Ausstieg aus dem Wirtschaftssystem" nicht so einfach ist. Im Gegenteil. In solchen Ländern ist man noch viel abhängiger, weil es keinerlei Sozialleistungen gibt. Oder jedenfalls nicht vergleichbar mit Deutschland. Das heißt, wenn etwas schiefgeht, wenn man krank wird und nicht mehr arbeiten kann, wenn man irgendeine Unterstützung braucht, dann steht man meistens ziemlich dumm da oder muss nach Deutschland zurückkehren. Auf jeden Fall ist es ein sehr hartes Leben und nicht so bequem wie in Deutschland. Man muss sehr stark sein, Geld haben und niemals aufgeben. Dafür wünsche ich Dir viel Kraft. Die wirst Du brauchen.

lucky
Beiträge: 14
Registriert: Mo Feb 23, 2009 11:16 am
Wohnort: Dachau/Germany

Beitrag: #45809 lucky
Sa Feb 25, 2012 1:29 pm

hallo Oryx,
mit dem Auswandern, bzw. Ausstieg aus dem Wirtschaftssystem beschäftigen wir uns schon seit 6 Jahren. Dieser Gedanke muß erst mal gedanklich reifen. Es geht hier auch nicht in 1. Linie ums Auswandern, sondern um eine völlige Neugestaltung des Lebensinhaltes (siehe dazu meinen 1. Beitrag "Ausstieg aus dem Wirtschaftssystem 2009). Natürlich ist das Land, in das man geht auch sehr wichtig. Aus verschiedenen Gründen und vielen Recherchen weltweit sind wir dann in Uy gelandet, und damit auch sehr glücklich.
Übrigens stand Namibia auch mal in unserem Fokus. Ich war 1966 das erste mal dort und seitdem bestimmt noch 2o mal.Ein faszinierendes Land! Mein bester Freund lebt in Windhoek. Es hat sich aber aus meiner Sicht negativ entwickelt und schied als Auswanderungsaland für uns aus.Übrigens hat mein Sohn mal vor 3 Jahren eine Lodge im Caprivi geleitet. Allerdings nur 4 Monate.
Du hast Recht, wenn Du schreibst, daß man nur mit eigener Hände Arbeit nicht sehr weit kommt. Ein gutes Grundkapital ist schon vorhanden. Wir machen nur nichts mehr , daß wir nicht selbst zu 100 % finanzieren können. Ich b in der M einung, wenn man aus dem Wirtschaftssystem w e i t g e h e n d s t aussteigen will, muß man erst mal beweisen, daß man in der Lage ist, sich selbst zu helfen.Deswegen haben wir die 2 Häuser alleine gebaut und mein Sohn fängt nächstes Jahr an zu versuchen, sich weitgehendst selbst zu ernähren.Alles was er erarbeitet, kommt ihm selbst zu Gute. Das ist bei ihm angekommen und das motiviert ihn. Dazu braucht man auch Durchhaltevermögen. Das haben wir!
guat Nacht lucky

RicardoM
Beiträge: 4
Registriert: So Dez 02, 2012 12:51 pm

Beitrag: #48459 RicardoM
Mo Dez 03, 2012 8:56 am

Ist schon eine Zeit lang her, aber habt ihr eure Pläne letztlich verfolgt? Wie ist der aktuelle Status? Wäre an dem Thema nämlich eventuell auch interessiert und hätte noch dazu einige Kontakte in Uruguay.

lucky
Beiträge: 14
Registriert: Mo Feb 23, 2009 11:16 am
Wohnort: Dachau/Germany

Beitrag: #48472 lucky
Di Dez 04, 2012 4:32 pm

RicardoM hat geschrieben:Ist schon eine Zeit lang her, aber habt ihr eure Pläne letztlich verfolgt? Wie ist der aktuelle Status? Wäre an dem Thema nämlich eventuell auch interessiert und hätte noch dazu einige Kontakte in Uruguay.

hallo RicardoM,
Wir verfolgen unsere Pläne kontinuierlich weiter. Das Zeitfenster verschiebt sich allerdings aus finanziellen Gründen um 1/2 Jahr. Stand der Dinge in Uy ist der gleiche wie in meinem Thread vom 24 2.12. Zwischenzeitlich haben wir einen 4o" Container gekauft und ihn schon zu 3/4 mit nützlichen Dingen für Uy beladen. Er soll apäter als Werkstatt dienen. Ende Jan 2013 fliegen mein Sohn und Lebensgefährtin für ca 3 Wochen nach Uy, um einiges zu erledigen. Sonst haben wir uns theoretisch mit wichtigen Dingen- wie Windenergie, Trinkwassertransport oder Bambus als Bauholz beschäftigt. Jan/Febr. 2014 wandern mein Sohn und Lebensgefährtin dann endgültig nach Uy aus.
Wir können gerne weiter in Kontakt bleiben.
guat Nacht lucky

indienatur
Beiträge: 4
Registriert: So Aug 10, 2014 5:58 pm

Beitrag: #54811 indienatur
So Aug 10, 2014 8:11 pm

Schreib doch mal bitte wie es nun ist bei euch :D bestimmt toll

lucky
Beiträge: 14
Registriert: Mo Feb 23, 2009 11:16 am
Wohnort: Dachau/Germany

Beitrag: #54830 lucky
Di Aug 12, 2014 1:43 pm

indienatur hat geschrieben:Schreib doch mal bitte wie es nun ist bei euch :D bestimmt toll

Hallo Indienatur,
Also "toll" ist es noch nicht- dazu wird es wohl noch ein paar Jahre brauchen. Aber unser Sohn + seine Lebensgefährtin sind seit Januar 2014 wieder in Uy und sind s e h r zufrieden mit ihrem neuen Lebensstil. Das können wir aus unseren wöchentlichen Skype-Kontakten erkennen. Sie haben seit ihrer erneuten Ankunft in Uy schon eine ganze Menge geleistet um sich ihr neues Leben angenehmer zu gestalten. So steht der 12 m Container, den sie mitgenommen haben, sicher auf Fundamenten. Strom für das Haus wurde über Solar gelegt, eine 17o m lange Trinkwasserleitung vom Brunnen zum Haus eingegraben, demnächst wird ein Reservoir dafür erstellt, eine Klärgrube gebaut, ein kleiner Teil des Grundstücks kultiviert, die Shirkas entfernt, der Boden umgepflügt, Gras angesäht, etliche Obstbäume gepflanzt,Hecken aus Bougainvilleas und Weiß-und Rotdorn angelegt. Ein weiteres Haus(für Verwandtenbesuche) usw. angefangen. Im September müssen Gemüsebeete und Äcker angelegt werden, ein Hühnergehege, Vorratskeller usw.usw. Bis Ende nächsten Jahres soll das 1. Haus zum Vermieten fertig sein. Für nur 2 Leute bedeutet das eine Menge Arbeit, aber ist auch sehr zufriedenstellend, wenn man sich seine Arbeit weitgehend selber einteilen kann. Gleichzeitig erfordert es aber auch Disziplin und Ausdauer wenn man sich auf eine andere Lebensart einstellen will.
guat Nacht lucky


Zurück zu „Südamerika: Uruguay“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast